Natürliches Nahrungsergänzungsmittel: Leinöl

Leinöl ist die reichhaltigste Quelle an sogenannten „Omega-3-Fettsäuren“, welche für unseren Körper ebenso wie die Omega-6-Fettsäuren lebensnotwendig sind. Da unser Körper selbst nicht in der Lage ist diese Fettsäuren herzustellen, müssen wir sie mit der täglichen Nahrung in ausreichender Menge zuführen. Bedeutend dabei ist das richtige Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren von weniger als 5:1. Die meisten Öle wie beispielsweise Sonnenblumenöl, Kürbiskernöl oder Distelöl haben ein sehr ungünstiges Verhältnis dieser Fettsäuren zueinander und sollten deshalb eher gemieden werden.
Während wir mit den Omega-6-Fettsäuren meist mehr als gut versorgt sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung laut Experten mit Omega-3-Fettsäuren unterversorgt. Jede Zelle unseres Organismus ist auf die Anwesenheit von Omega-3-Fettsäuren angewiesen, weshalb ein Mangel vielfältige Beschwerden und Krankheiten begünstigen kann. Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, wie sie über eine pflanzenorientierte, rohkostreiche, naturbelassene Ernährungsweise möglich ist, kann demnach auch viele Krankheiten verhüten bzw. verbessern oder gar heilen. Hier einige interessante Fakten zu Omega-3-Fettsäuren und ihrem Einfluss auf Krankheiten:

  • In der „Shanghei-Studie“ konnte dank einer ausreichenden Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren das Herzinfarktrisiko um 70 % gesenkt werden.
  • Durch die entzündungshemmende Wirkung sind Omega-3-Fettsäuren auch bei Krankheiten wie Rheuma therapeutisch sinnvoll. Durch eine Erhöhung des Omega-3-Anteils in der Nahrung nehmen bei Rheumapatienten erfahrungsgemäß die Gelenkschmerzen ab und die Beweglichkeit der Gelenke zu.
  • Omega-3-Fettsäuren verbessern die Insulinresistenz und senken damit das Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus (Typ-2).
  • Omega-3-Fettsäuren verbessern nachweislich die Intelligenz, die Konzentrations-, Reaktions- und Merkfähigkeit sowie die Stimmung, denn unser Gehirn besteht zu 60 % aus Fett. Jede Nervenzelle ist von einer schützenden Hülle, der sogenannten Myelinschicht umgeben und diese besteht zu 75 % aus Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren.
  • Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kann durch eine therapeutische Dosis von Omega-3-Fettsäuren die Rückfallrate verringert und die beschwerdefreie Zeit verlängert werden.
  • Auch bei Allergien und Neurodermitis ist durch die ausreichende Versorgung mit diesen Fettsäuren eine erhebliche Verbesserung zu erwarten.

Da es sich um einen essentiellen Nahrungsbestandteil handelt, muss eine lebenslange ausreichende Zufuhr sichergestellt werden. Es ist daher nicht sinnvoll die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren als Kurzzeittherapie durchzuführen. Die Empfehlungen für die benötigte tägliche Menge an Omega-3-Fettsäuren richten sich nach dem Beschwerdebild und der Personengruppe (Kind, Erwachsener).
Gesunden Erwachsenen wird empfohlen für eine ausreichende Versorgung mit mehrfach-ungesättigten Fettsäuren täglich 1-2 Esslöffel Leinöl einzunehmen. Falls der Geschmack von reinem Leinöl nicht auf Gegenliebe bei den Geschmacksknospen trifft ist Erfindungsreichtum gefragt. Leinöl kann auch in diverse Speisen wie Müslis, Säfte oder Joghurts eingerührt werden.

GANZ WICHTIG: Leinöl bzw. alle Öle, die reich an mehrfach ungesättigten Fetten sind, gehören unbedingt in den Kühlschrank (und das schon in der Verkaufsstelle), da sie sehr schnell oxidieren und damit an Wert verlieren. Es empfiehlt sich deshalb auch, eine angefangene Flasche innerhalb von 3 bis 4 Wochen aufzubrauchen. Also am besten gleich die ganze Familie damit versorgen.
Ansonsten bleibt zu erwähnen, dass sich die gesunden Fettsäuren vor allem in Nüssen (besonders Walnüssen), Pinienkernen und natürlich in Leinsamen befinden.